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Josephus
Tillmann Ausführungen von Pfarrer Anton Fecke
Josephus
Tillmann 1782 bis 1819 d. 20. Januar. Er war ein Jahr Kaplan zu Erkeln,
wurde dann zum Pfarrer ernannt. Auch von seiner Hand finden sich keine
Nachrichten über die Pfarre vor, er ist aber bekannt geworden durch das
von ihm verfasste Gesang-Buch der Diözese Paderborn, welches bis in die
70ger Jahre im Gebrauche war. Viel beschäftigte er sich mit Unterricht
und Fortbildung der Söhne von Gutsbesitzern der Umgegend, deren ich mehrere
gekannt habe. Gegen Ende seines Lebens wurde das jetzige Pfarr-Haus gebauet,
während dessen Bau er in der Kaplanei wohnte. Er starb am 20. Januar 1819
und wurde zu Erkeln neben der Kirche beerdigt.
Auszug
aus der Dorfchronik 1819
Der Herr Pastor zog in die Caplanei. Auf sein Alter machte der Umzug
eine starke Einwirkung. Hinzu kam nun noch, als er am 10ten Januar des
Sonntags auf`m Rückwege von Beller, wo er christliche Lehre gehalten hatte,
die Nachricht erhielt: er möchte eilen, indem schleunig ein Kind zu taufen
wäre, sich so chauffierte, daß er sich durch das Verweilen in der Kirche,
die Lungenentzündung zuzog. Da er sich seit den Jahren die er hier gewesen,
noch nie bedeutend krank gewesen war, so hielt er seinen Krankheitszustand
nicht so gefährlich, als er war, und so auch - ob schon er geraten wurde-
für unnötig, ärztliche Hilfe zu gebrauchen. Sein Zustand wurde aber immer
schlimmer und zuletzt, da ärztliche Hilfe angewandt wurde, ward es zu
spät. Am 17ten Jan.: des Sonntages, schleppte er seinen schon ganz abgematteten
und zerfallenen Körper noch zur Kirche, und las für seine Pfarrkinder
die letzte Messe. Nach Beendigung derselben, legte er sich zu Bett und
stand nicht wieder auf. Am 20ten Jan.: nahm sein Zustand einen bedenklichen
Charakter an. Da er mit der Abfassung seines Testaments noch nicht fertig
war, so eilte man damit an diesem Tage, daß es von einer Gerichtsperson
aufgenommen wurde. Er unterschrieb es mit schon gebrochenen Augen, und
als er dies getan hatte, legte er die Feder hin, empfahl sich den Umstehenden,
und entschlief am Abend um 6 Uhr sanft und ruhig. Am 23ten wurde seine
Leiche vom Herrn Pastor Ostermann, zu Bellersen, zur Erde bestattet, und
von demselben durch eine kraftvolle Rede dargethan, was die Pfarrgemeinde
an dem Begrabenen verloren habe. Zahlreich war aber auch nach Gebühr das
Gefolge von seinen verwaisten Pfarrkindern, und manche Träne floß, über
den Verlust eines so guten Pastors. Er war ein Freund der Schule, besuchte
dieselbe wöchentlich, und gab zu dem, Kindern aus der Umgegend, worunter
sich sogar adliche befanden, noch Unterricht im Hause in der französischen
und lateinischen Sprache und in anderen nützlichen Wissenschaften. Nach
Kräften sorgte er auch für die Verschönerung unserer Kirche, wozu er viel
aus seinem Vermögen hergab. Durch die Herausgabe seines Gesang- und Gebetbuches,
welches beinahe an jeden Orte in der Diözese Paderborn eingeführt ist,
hat er sich besonders verdient gemacht. Er ist hier 1 Jahr Caplan und
36 Jahre Pastor gewesen. Er erreichte ein Alter von 66 Jahre.
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