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Hermann
Schulte in Erkeln 1926 - 1934
Lebenslauf
Neuer Pfarrer Hermann Schulte, zum Pfarrer von Erkeln ernannt am 4. Juli
1926. Ich bin geboren am 11.April 1870 in Hespecke bei Grevenbrück, Pfarrei
Elspe, und besuchte von 1876 bis 1884 die Volksschule in Sporke. In den
letzten Schuljahren erhielt ich durch den Lehrer in Sporke Unterricht
in den Gymnasialfächern, wurde im Herbst 1884 in die Obertertia des Gymnasiums
in Attendorn aufgenommen und bestand daselbst Ostern 1889 das Abiturientenexamen.
Von Ostern 1889 bis Herbst 1890 besuchte ich die philosophisch-theologische
Fakultät in Paderborn und darauf drei Semester die Universi-tät in Innsbruck,
kehrte Ostern 1892 nach Paderborn zurück und wurde im Herbst 1892 in das
Priesterseminar daselbst aufgenommen. Am 18. August 1893 wurde ich durch
den Hochwürdigsten Herrn Bischof Dr. Hubertus Simar zum Priester geweiht
und erhielt meine erste Anstellung als Kaplan in Hohenlimburg. Darauf
war ich von Herbst 1894 an nacheinander Vikar in Elsen, Rimbeck, Wenden,
Kleinenberg und zuletzt fast 21 Jahre lang in Oberkirchen.
Amtseinführung
Der
Brakeler Anzeiger folgendes mit: "Erkeln, 28. Juli. Am letzten Sonntag
wurde unser neue Herr Pfarrer Hermann Schulte feierlich in unsere Gemeinde
eingeführt. Böllerschüsse und Glockengeläute verkündeten seine Ankunft
auf Erkeler Gebiet. Bis an den Dorfeingang nach Brakel war die Pfarrgemeinde
ihrem neuen Seelenhirten fast vollzählig entgegengezogen. Hier wurde er
durch Herrn Pater Menze, Driburg und durch sinnreiches Gedicht begrüßt.
An der Kirchenpforte abermals begrüßt, übergab ihm der Herr Dechant die
Kirchenschlüssel. Nachdem nun nach der kirchlichen Vorschrift alle Zeremonien
vorgenommen waren, hielt Herr Dechant Grüne, Brakel, die Festpredigt.
Sein Thema war die Würde des Priestertums. Mit Te Deum und sakramentalen
Segen endete die schöne Feier in der Kirche. An diese schloß sich nach
der Übergabe des Pfarrhauses eine kleine Nachfeier dortselbst. Fast alle
geistlichen Herren des Dekanates sowie der Herr Landrat als Vertreter
der weltlichen Behörde ehrten den neuen Herrn durch ihre Teilnahme an
der Feier. Mögen die Gebete seiner Pfarrkinder für ein gesegnetes Wirken,
aufgebaut auf gegenseitiges Vertrauen und Entgegenkommen, erhört werden".
Rückblick
Vierzig Jahre im Priestertum, eine lange Zeit, eine Zeit reich an Gnaden,
reich an Arbeiten, Opfern und Leiden! Weil die Kirche in Erkeln im Winter
sehr feucht und kalt und außerdem das Pfarrhaus feucht und ungesund ist,
so litt ich seit 1928 viel an Erkältung und schweren rheumatischen Schmerzen,
die mir meine seelsorgliche Tätigkeit, namentlich in den letzten Jahren,
in hohen Maße erschwerten und zuletzt ganz unmöglich machten. Im November
1933 bis zum Februar 1934 mußte ich mich durch den Franziskanerpater Walfried
Kindermann aus Paderborn und von da an bis Anfang Mai durch den Vikar
Klemens Honselmann aus Paderborn vertreten lassen. Da an eine baldige
Wiederherstellung meiner schwer erschütterten Gesundheit nicht zu denken
war, so bat ich im Februar den Hochwürdigsten Herrn Erzbischof, mich in
den Ruhestand versetzen zu wollen. Diese Bitte wurde mir gewährt und ich
verließ am 2. Mai 1934 die Pfarrgemeinde Erkeln um meinen Wohnsitz in
Bad Driburg aufzuschlagen. Zu meinem Nachfolger wurde Vikar Bernhard Goebel
aus Herzebrock ernannt. Gern hätte ich noch länger im Weinberge des Herrn
gearbeitet, aber meine Kräfte reichten nicht mehr aus, deshalb mußte ich
von Erkeln und meiner priesterlichen Tätigkeit Abschied nehmen. Möge Gott
der Herr die Pfarrgemeinde Erkeln und ihren neuen Seelsorger segnen mit
zeitlichen und ewigen Gütern ! " Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi,
die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch
allen ." (2. Kor.13,13.) Hermann Schulte, Pfarrer i.R.
Abschied
Erkeln, 4.Mai 1934. Abschied von Pfarrer Schulte. Am Sonntag galt es für
die Erkelner Abschied zu nehmen von ihrem Seelsorger Pfarrer Herm. Schulte.
acht Jahre hat Pfarrer Schulte die ihm anvertrauten Seelen der Gemeinden
Erkeln und Beller als guter Hirt betreut und durch sein liebenswürdiges
und freundliches Wesen die Herzen aller gewonnen. Aus Gesundheitsrücksichten
mußte er auf seine Pfarrstelle verzichten, nachdem er 40 Jahre im Weinberge
des Herrn gearbeitet hatte. Nur ungern sah man Herrn Pfarrer Schulte scheiden,
und so hatte es sich die Gemeinde nicht nehmen lassen, Ihre Verbundenheit
und das Vertrauen auch äusserlich zu bekunden. Bei Anbruch der Dunkelheit
bewegte sich ein imposanter Fackelzug zum Pfarrhaus. Der Gesangverein
trug einige Abschiedslieder vor. Vorsteher L.Backhaus dankte Pfarrer Schulte
im Namen der Versammelten. Zum Zeichen der Dankbarkeit überreichten zwei
Mitglieder des Kirchenvorstandes ein von Kunstmaler Hunstiger, Paderborn
geschaffenes Gemälde, welches die Pfarrkirche von Erkeln im Frühlingsschmuck
zeigt. Pfarrer Schulte dankte mit bewegten Worten für die Ehrung und versprach,
seiner Pfarrkinder stets in Liebe zu gedenken. - Pfarrer Schulte wird
seinen Wohnsitz in Bad Driburg nehmen. Möge der allgütige Gott seinen
Lebensabend segnen."
Nachtrag
In Bad Driburg verstarb am 21. Februar 1942 der frühere Pfarrer in Erkeln
Pfarrer Hermann Schulte (1926-1934). Die hiesige Gemeinde war erfreulicherweise
bei der Beerdigung in Driburg zahlreich vertreten. Der zeitige Pfarrer
Goebel hielt Totenamt u.Predigt in der Pfarrkirche zu Driburg. Die früheren
Pfarrkinder in Erkeln werden ihren guten verst.Pastor nicht vergessen
! R.i.p. !
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