Bürgermeister Landwirt Ludwig Backhaus wurde als einziges Kind der Eheleute Ludwig Backhaus und Friederike geb. Hecker am 05.04.1902 in Erkeln geboren. Nach der Volksschule besuchte er das Progymnasium in Brakel und anschliessend das König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter.
Nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahre 1925 übernahm er den elterlichen Hof. 1936 heiratete er Erna Wulf. Aus dieser Ehe gingen sechs Kinder hervor.
Mit 31 Jahren wurde er zum erstenmal als Bürgermeister gewählt und bekleidete dieses Amt zunächst von 1933 bis 1945. In dieser schwierigen Zeit versah er die ihm gestellte Aufgabe, trotz mancher Anfeindungen, in der ihm vom Elternhause vorgegebenen sowohl konsequenten als auch christlichen Haltung, die ihm nicht zuletzt über Erkeln hinaus entsprechend Achtung verschaffte.
Als er sich 1948 bei der ersten Kommunalwahl nach Kriegsende zur Wahl stellte, wurde er auch prompt zum Bürgermeister wiedergewählt, sodass er dieses Amt bis zum kommunalen Zusammenschluss der Grossgemeinde Brakel am 01.01.1970 insgesamt über 34 Jahre innehatte. Darüber hinaus vertrat er als Bezirksstellenleiter weitere 10 Jahre lang von 1970 bis 1980 die Interessen der Gemeinde Erkeln.

In der Liste der Erkelner Bürgemeister von 1790 bis 1970 stellt die Familie Backhaus vier mal den Gemeindevorsteher, doch ist kein anderer aufgeführt, der insgesamt 44 Dienstjahre aufzuweisen hätte.

Nicht umsonst schreibt der Chronist in der Festschrift der 1100 Jahrfeier, die er 1956 ausrichtete:
"Erkeln, was wärest du ohne die Führung deines Vorstehers Backhaus? Wie im Tal du dich wendest, überall triffst du stark auf die Spuren seiner Gedanken und seiner Taten......"

Unter Anderem ist besonders hervorzuheben:

  • 1935 wurde der erste Kindergarten - für die Dörfer im Kreise Höxter ein Novum - eingerichtet.
  • 1949 wurde Bauland in der Gelle Breite erschlossen.
  • 1953 wurde ein Gebäude für Kindergarten und Wäscherei mit öffentlichen Wannen-und Duschbädern errichtet.
  • 1955/56 wurde die erste dörfliche Kanalisation mit Kläranlage im Kreis Höxter gebaut.
  • 1955 konnte die erste Gemeinschafts-Gerfrieranlage im Schulkeller ihrer Bestimmung übergeben werden.
  • 1956 wurde der Bachlauf von der Kirche bis zur Nethe kanalisiert.
  • 1957 wurde eine erweiterte Gemeinde-Gefrieranlage in der Gellebreite gebaut.
  • 1958 wurde die Fläche für den Sportplatz angekauft.
  • 1959 wurde die Gemeindehalle gebaut.
  • 1961 wurde Erkeln als Musterdorf ausgezeichnet.
  • 1968 war die erste Industrieansiedlung in Erkeln.
  • 1969 wurde die Friedhofskapelle gebaut.
  • 1969 wurde die Müllabfuhr eingerichtet.

Doch sein Wirken beschränkte sich nicht nur auf Erkeln. Ehrenamtlich wirkte er in den verschiedensten Gremien im Kreis Höxter- z.B. 1962 bis 1970 wurde er zum Amtsbürgermeister gewählt, 1952 bis 1970 vertrat er das Amt Brakel im Kreistag.

Ferner war er Mitglied der Jäger-Prüfungskommission, stellvertretender Vorsitzender des Kreis-Jagdamtes, Vorsitzender des Vorstandes der Spar-und Darlehnskasse in Brakel, von 1957 bis 1986 Ortsheimatpfleger, Obmann der Kriegsgräber-Fürsorge, über mehrere Perioden Schöffe und Geschworener beim Landgericht Paderborn.

In Anerkennung seiner Verdienste wurde ihm 1969 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen und 1980 die Verdienstmedaille der Stadt Brakel.


mit Pfarrer Bernhard Knoche beim Schützenfest 1957

Am 28.September 1992 verstarb er in Bad Driburg, wo er in der Familie seiner jüngsten Tochter seinen Lebensabend verbrachte. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Erkelner Friedhof.

Nicht nur die Gemeinde Erkeln wird ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.