Einträge der Kirchenchronik zu Lehrerin Heinemann:

 

Lehrpersonen. Am 1. April 1919 trat der Lehrer Faber in Erkeln wieder seinen Dienst an. Die Lehrerin Maria Zengerling war zum selben Termin nach Brenken bei Büren versetzt. An ihre Stelle trat am 1.4.1919 die Lehrerin Josefine Heinemann, geb. 15.1.1893 in Driburg.

Als Aufschrift für die dicke Glocke E' wurde gewählt: "Im Dienst der Petri-Kettenkirche, bin einst "St.Petrus" ich getauft; Christus, dem König gilt mein Rufen, ihm, der Euch alle losgekauft. Froh dienet ihm im Streit der Zeit, bis Ihr ihn schaut in Ewigkeit." Mittlere Glocke G': "Unter Paulus Schutze mit ehernem Munde, lad ich die Herzen zur Andachtsstunde, rufe die Erdenpilger zur Gruft, bis die Posaune zum Weltgericht ruft". "Geopfert für des Vaterlandes Wehr (1917), erneuert zu des Allerhöchsten Ehr (1938)." Kleinste Glocke A': "Ich trage froh St. Josephs Namen; für ihn soll meine Stimme mahnen: "Wer treu zur Kirche steht im Streit, schaut den Triumph voll Herrlichkeit".

Diese Verse für die E und A Glocken hat hiesige Lehrerin Heinemann gedichtet.

Fräulein Lehrerin Josefine Heinemann verwaltet treu und gut die Borromäusbibliothek

Verabschiedung von Frl. Heinemann Am 1. April 1957 schied unsere Lehrerin Frl. Heinemann aus Bad Driburg aus dem Schuldienst. 38 Jahre war sie als Erzieherin in der Gemeinde Erkeln tätig. In all den Jahren kannte sie nur eins: Dienen, ihren Dienst in Schule, Kirche und Gemeinde. In Anerkennung ihres treuen Dienstes wurde ihr der päpstl. Orden: pro ecelesia et pontificis verliehen. Im Beisein der Lehrerschaft, Herrn Bürgermeister Backhaus, des Pfarrers überreicht ihr mein Vorgänger Pfarrer Hülsmann, der eigens nach hier gekommen war, - der auch den Orden für Frl. Heinemann beantragt hatte - als Dank die hohe päpstl. Auszeichnung. Am Freitag , den 29.3. wurde mit der gesamten Gemeinde eine hl. Messe in der Meinung von Frl. Heinemann gefeiert und am 1.4. schied sie dann wehmütig aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Erzieherin der Jugend, um ihren Wohnsitz in der Heimatstadt Bad Driburg zu nehmen.

Tod von Frl. Heinemann 11.9. 1957 Frl. Heinemann, die am 1.4. die Gemeinde Erkeln verlassen hatte, starb am 11.9. in der Heimatstadt Bad Driburg. Groß war die Beteiligung der Gemeinde Erkeln an der Beerdigung ihrer geliebten Lehrerin, die Lehrerschaft, alle Schulkinder und viele Männer und Frauen nahmen teil. Der Pfarrer sprach im Namen der Gemeinde Worte des Dankes und des Gedenkens. Von uns ging eine Lehrerin, die 38 Jahre als Erzieherin in der Gemeinde tätig war. Von uns ging eine große Lehrerin, die Tag für Tag vor dem Tabernakel kniete. Von uns ging eine Marienseele, die nichts anderes kannte als dienen. Die ganze Gemeinde steht trauernd am Grabe dieser großen Lehrerin. R.i.p.

 

Wieder in der Heimat

Lehrerin Josefine Heinemann

Wie wohl war die Heimat mir doch bekannt
Ich wusst um Kämpe, Gräben, Ackerland
In Wald und Berg und Busch war ich zu Haus
Und kannte in Vogelstimmen mich aus
Grüsste den Star und die Schwalbe am Dach
Sah im Herbst dem Zug der Kraniche nach
Ich lugte zum Fuchsloch, sah Has´ und Reh
Sog von Blumen den Duft, von Korn und Klee
Ich kannte die Schluchten, den Quellenlauf
Und passte an der Nethe den Fischen auf
Ich schaute die Kreuze auf Berg und Feld
Erbe der Ahnen für unsere Welt
Liess die Glocken klingen zum Festesklang
Das Herz ausjubeln im frohen Gesang
Hab aus Turmlochs Höh auf das Dorf geschaut
Alle die Häuser waren mir vertraut
Alle Strassen und Winkel waren mein
Hoch auf dem Pferd glaubt ich König zu sein

Doch suchte ich fern ein grösseres Glück....

Und kehre ich heut in das Dorf zurück
Dann weiss ich, was ich damals nicht erkannt
Dass du mir, Heimat, bist das schönste Land