Bernhard Göbel in Erkeln 1934 - 1951

Lebenslauf
In nomine Jesu ! Ich, Bernhard Goebel, am 28. März 1934 zum Pfarrer von Erkeln ernannt, bin geboren zu Annen, Kreis Hörde am 30. Juli 1886. Besuchte die Volksschule meines Heimatortes, erhielt die ersten Lateinstunden beim Ortskaplan und ging im Jahre 1900 in die Unter-tertie des Gymnasiums zu Paderborn. Nach bestandenem Abitur 1906 trat ich im Sommer desselben Jahres ins Leo Convikt zum Theologiestudium. Ostern 1909 kam ich ins Priesterseminar u. wurde im März 1910 von Bischof Karl Joseph, jetzigem Kardinal-Erzbischof von Köln, zum Priester geweiht. Meine erste Anstellung erhielt ich in der Pfarrei Hoinkhausen, Kreis Lippstadt. Im Jahre 1919 wurde ich als 3. Vikar an die Probsteikirche in Wattenscheid versetzt. Herbst 1920 kam ich in die Pfarrei Herzebrock, Kreis Wieden-brück, wo ich 14 Jahre wirkte bis zum Mai 1934. Am 12. Mai desselben Jahres erfolgte meine Einführung als Pfarrer in Erkeln.

Einführung
Erkeln, 12. Mai 1934.Einführung des neuen Pfarrherrn. Am vergangenen Sonntag war für unsere Gemeinde ein Freudentag, denn es galt, den neuen Herrn Pfarrer Göbel in sein Amt einzuführen. Das ganze Dorf prangte im Festschmuck. Gegen 15 Uhr wurde der hochw. Herr von unserer Gemeinde empfangen, die sich in Prozession zum Dorfeingang nach Brakel begeben hatte. Hier begrüßte zunächst der Gesangverein den neuen Herrn mit einem Begrüßungschor. Herr Pfarrvikar Honselmann richtete herzliche Begrüßungsworte an den neuen Pfarrer. Ein Kind überreichte nach sinnvollen Versen einen Blumenstrauß. Dann zog die Prozession mit ihrem neuen Seelenhirten zur Kirche, wo Herr Dechant Grüne, Brakel, ihm die Schlüssel zum Gotteshaus überreichte. Nachdem der neue Herr zu den Stätten seiner Wirksamkeit geführt war, hielt Herr Dechant Grüne, Brakel, die Einführungspredigt. Nach der kirchlichen Feier wurden dem neuen Herrn die Lehrpersonen, Gemeindevertretung und Kirchenvorstand vorgestellt.

Abschied
Die Krankheit des Pfarrers verschlimmerte sich. Er mußte monatelang aussetzen. Am 1. Juni 1951 trat der Pfarrer in den Ruhestand, er bliebt im 2. Stock des Pfarrhauses wohnen.
Letzte Tage Dechant Goebels. Herr Dechant Bernhard Goebel blieb noch einige Monate oben in der Pastorat wohnen. Er hat hier sehr fleißig und vielseitig gearbeitet, besonders hat er auch eifrig gebaut. Er folgte einer Einladung und zog nach Dortmund-Dorstfeld, ins Altersheim St. Antonius, am 1.10.1952 starb, nachdem er an demselben Tage noch unbedingt die Hl. Messe feiern wollte und in seiner Schwäche zum 2. Male vom Altar herunterstieg, um in seiner Verwirrung noch einmal das Staffelgebet zu beginnen. Introibo ad altare Dei. Unsere Gemeinde fuhr mit einem Omnibus, mit etwa 50 Vertretern
zu seiner sehr feierlichen Beerdigung auf dem Probsteifriedhof Gelsenkirchen.