Heimatlied Nr.2
von Lehrer Josef Dierkes

1.
Wo die Wälder ringsum grüßen
Wo die Nethe leise zieht
wo am Bach die Weiden sprießen
und am Hang die wilde Rose blüht
da steht mein Vaterhaus

Kehrreim:
Heimatau, du ewig schöne du
Erkeln mein, dir wink´ich scheidend zu
In der Ferne, überall
grüß´ich dich, du schönes Tal
Heimatau, du ewig schöne du
dir bleib ich auf ewig treu

2.
Wo schon vor Tageshelle
dort im grünen Vogelsang
bei der kleinen klaren Quelle
froh der Nachtigallen Lied erklang
da steht mein Vaterhaus

3.
Wo im fahlen Frühlingsdämmer
vor dem Wald der Rehbock tollt
und des Spechtes laut Gehämmer
schallend durch den Wald herüberrollt
da steht mein Vaterhaus

4.
Wo die Burschen fröhlich singen
und so hell das Mädchen lacht
wo die alten Lieder klingen
und das Kind im Bett dann lauschend wacht
da steht mein Vaterhaus

5.
Wo hoch auf der Schanzen Kuppen
ich als Kind so froh gespielt
und im alten Wiesenschuppen
nach dem frechen Spatz ich einst gezielt
da steht mein Vaterhaus

6.
Wo am grünen Waldesrande
dich das Kreutz der Heimat grüßt
wenn du müd´ aus fernem Lande
hier im Tal das schöne Dörflein siehst
da steht mein Vaterhaus

7.
Wo an meinen letzten Ende
nach der schönen Lebenszeit
ich so gerne Ruhe fände
letzte Ruh´ zur lichten Seligkeit
da steht mein Vaterhaus

 

Das Kreuz im Walde
von Lehrer Josef Dierkes

Bei Erkeln im Walde da falte die Hände
Bei Erkeln im Walde steht ein Kreuz.

Stumm zogen Trauer im Auge
Vierzehn Soldaten nach heldischer Tat
Sieg ihr Hoffen, Tod ihre Beute
Gefangen zogen sie dunklen Pfad
Heimat im Herzen, Jugend und Leben
Sie baten vergebens den Feind um Gnad.

Bei Erkeln im Walde da blühen die Veilchen
Bei Erkeln im Walde tranken sie Blut.

Vierzehn Soldaten, peitschende Schüsse
Weine nicht, Mutter um deinen Sohn
Vierzehn Soldaten vom Feinde erschossen
Ruhm ist edlen Kriegers Lohn
Schweige, Wanderer! Räche nicht, Bruder!
Trag dein Weh vor des Ewigen Thron.

Bei Erkeln im Walde da falte die Hände
Bei Erkeln im Walde mahnt ein Kreuz: Versöhnen!