Einleitende Anmerkung zur Kirchenchronik der Pfarrei Erkeln, angelegt von Pfarrer Anton Fecke anno 1902

(bearbeitet von Josef Wulf, Klöckerstr., Brakel für die Heimatstube Erkeln)

Eine Verordnung des Hochwürdigsten Bischofs Hubertus, Amtl. Kirchenblatt No. 7 von 1896, verlangt daß in jeder Pfarrei der Diözese eine Chronik angelegt und geführt werde, welche als notwendige Grundlage eine Beschreibung und Geschichte der Diözese dienen solle. Zugleich sind als die ins Auge zu fassenden Haupt- Punkte bei der Beschreibung und Geschichte der Pfarrei angegeben I. Pfarrort und Pfarrbezirk; Allgemeines II. Bauten im Pfarrbezirk: Kirchen, Kapellen etc. III. Die Pfarrstelle und andere Benefizen, IV. Klöster, Bruderschaften, Vereine und karitative Einrichtungen V. Die Schulen der Pfarrei. Diese Punkte werden die Einteilung der hiermit begonnenen Chronik bilden und so im Buche angeordnet werden, daß eine Fortsetzung und Vervollständigung meinen Nachfolgern leicht und möglich ist. Leider ist aus früherer Zeit keinerlei Aufzeichnung vorhanden, welche über frühere Verhältnisse und Geschichte der Pfarrei zuverlässige Auskunft geben könnte; das Pfarrarchiv enthält keine dergleichen Aktenstücke und Urkunden die als Quelle dienen können. Vorhanden ist nur das Folgende: a. Das älteste Kirchenbuch, welches die Eintragungen der Taufen, Trauungen und Beerdigungen vom Jahre 1644 bis 1803 enthält. b. Ein Status Parochiae vom Pfarrer Hoberg (1762 - 1782) in welchem spezifiziert die Einkünfte der Pfarre aus Heuern, Lieferungen und Kapitalien nebst den auf Stiftungen beruhenden Verpflichtungen des Pfarrers aufgeführt sind. Dieses Buch ist zweckmäßig angelegt, enthält aber Nichts über frühere Zeiten und ist auch von den folgenden Pfarrern nicht weiter geführt worden; es bildete aber immerhin die Grundlage des Lagerbuches, das ich einige Jahre nach Übernahme der Stelle angefertigt habe, nachdem ich das Material aus den vorhandenen Kirchenrechnungen, Schuld- Dokumenten, Neues an und auf Zetteln gemachten Angaben mühsam gesammelt hatte. c. Außerdem habe ich nach und nach Abschriften einzelner Urkunden aus ältester Zeit mir verschafft, aus denen Einiges über die Verhältnisse jener Zeit zu entnehmen ist. Die Umfrage bei den ältesten Einwohnern der Gemeinde hatte fast gar keinen Erfolg, weil die Bauerngüter durch Unmäßigkeit der Besitzer und schlechte Wirtschaft, namentlich im Anfang des vor. Jahrhunderts (es waren im Orte selbst mehrere Schnapsbrennereien im Betriebe) aus einer Hand in die andere übergegangen sind und dadurch alle Tradition in der Gemeinde verloren gegangen ist. Das städtische Archiv in Brakel und das der Hinnenburg dürfte wohl Manches über die Verhältnisse der mittleren Zeit enthalten; ich hatte aber bisher keine Gelegenheit, darin zu forschen. Die Darstellung der kirchlichen und Gemeindeverhältnisse der ältesten und mittleren Zeit kann daher nur dürftig und lückenhaft ausfallen, ich muß es meinen Hochwürdigen Nachfolgern überlassen, dieselbe zu vervollständigen; mir kommt es hauptsächlich darauf an, daß mit Anfertigung der Chronik überhaupt ein Anfang gemacht wird.